6. Mai 2021

Ein absolut normaler Morgen

Eines Morgens

Ein absolut normaler Morgen

von Frank Xavier

Fast wie jeden Tag werde ich durch leises Knurren unseres Hundes geweckt. Der sitzt vor meinem Bett und erinnert mich daran, es sei Zeit.
Seine, oder besser gesagt ihre Zeit, sich um die morgendliche Toilette zu kümmern. Ihre wohlgemerkt. Schlaftrunken in Hose, Socken. Die Stiege runter rollend, begleitet von Gebell und Geknurr, das irgendwie an „Oada, zah an, gemma …“ erinnert, rein in die Jacke und Stiefel, Leine angelegt.
Also dem Hund. Raus aus dem Haus.

Stockfinster um halb sechs und huschi kalt. Aber gesund, so ein Morgenspaziergang. Ja, eh. Für die anderen.
Alle Nachbarshunde freudebellend begrüßend, vorbei an Fenstern, hinter denen nun die Lichter angehen. Es scheint mir als würden sich dahinter Silhouetten mit erhobenen Fäusten bewegen. Die wissen wohl nicht, was ich weiß: Morgenstund hat Gold im Mund. Das muss auch mal gesagt sein.

So bewegen wir uns durch die dunkle Nacht. Ein weißer Knäuel auf vier Beinen an einer 8 Meter Leine, dahinter im gestreckten Galopp ein Zweibeiner (ich), hechelnd und japsend (ich), sich an die Leine klammernd (ich), hin- und hergerissen von diesem Kraft- und Energiebündel (sie). Ein Bild, das man fast alle Tage um diese Zeit sieht (und hört), wenn man in meiner Straße wohnt. (Für die kritischen LeserInnen: In dem Fall kann man das Bild auch hören, obwohl das ein faktischer Blödsinn ist).

Nach 20 Minuten zurück an den heimatlichen E-Herd, die Kleine lässt sich noch kurz abrubbeln, schlabbert Wasser, genießt vorbereitetes Cäsaren-Frühstück, gähnt zweimal, lässt sich auf den Teppich majestätisch nieder, knurrt ein aufforderndes „ich will jetzt meine Ruhe haben“ und versinkt stante pede in Tiefschlaf aus dem sie nur ein „magst ein Wursterl und Butterbroti haben“ ohne Umweg aus dem Koma holt.

Mittlerweile setze ich mich an den schön gedeckten Frühstückstisch. Die beste Ehefrau von allen hat inzwischen ganze Arbeit geleistet. Sehr schön. Aber dennoch etwas ist anders heute. Und da fällt es mir wie Schuppen von den Augen, bzw. wie eine Maske von den Ohren: Sie trägt keine. Keine Maske. Sie trägt keine Maske!

Ich kann mich gar nicht mehr an die Zeit erinnern, zu der ich sie ohne das Gesichtstuch (nicht zu verwechseln mit Gesichtsbuch – Facebook), gesehen habe. Vollkommen irre. Ich greife mir ins Gesicht und fühle …. dort wo üblicherweise die Öffnung für den Strohhalm zum Kaffee trinken war, klafft jetzt ein Riesenloch, das man früher mal Mund nannte. Panik ergreift mich und ich sage: „Frau“, sage ich, „Frau, wo ist Deine Maske?“, und ernte „meine was, bitte schön?“
„Deine Maske, Dein Gesichtstücherl, das Mundbedeckt halten und Virus selbst fressen-i-schau-auf-mi- Fetzerl, wo ist das?“

„Nochmal: Hast Du was getrunken, seit wann soll ich eine Maske tragen und welchen Virus soll ich selbst fressen? Kannst Du mich nicht mehr ansehen in der Früh? Soll ich vielleicht in den Keller gehen, damit ich den gnä Herrn von der Anwesenheit meines unbedeckten Gesichts entbinde. Hast Du einen Koran zum Frühstück gehabt oder bist Du mit einem Clown Gassi gegangen?“.

Eine Frau, eine Wortin. „Aber wir müssen doch wegen dem Corona Dings da Masken tragen und dürfen sonst keinen körperlichen Kontakt haben. Das ist ein schweres Verbrechen, was Du da machst, wenn das die CMABNMANS (Corona-MissAchtungsBehörde-nach-Modell-ANSchober) rauskriegt, sind wir geliefert. Dann geht es ab mit uns auf die Insel.“

„Corona, Insel? – du bist frank ein bisserl deppert geworden. Von was faselst Du da?“

„Sag spinn ich. Ich rede vom Virus, von der Pandemie, von schwerer Krankheit und Lockdown. Hast Du geschlafen, die letzten zwei Jahre oder beutelt Dich der Alzheimer?“

Ungläubiges Staunen hinweg über Salzstangerl, die sonderbarerweise nicht in Plastik eingeschweißt sind. Schon wieder ein Verbrechen. Ein Blick, wie Gilbert Becaud. 100.000 Volt.
„Dich wird gleich was anderes beuteln. Virus, Pandemie, Lockdown? Also jetzt kann ich ihn wirklich klar und deutlich sehen.“

„Wen kannst du sehen …?“ „Den Riesenvogel, der in Deinem Hirn Karussell fährt, wie ein besoffener und bekiffter Hutschenschleuderer im Wiener Prater. Welche Tabletten hast Du heute genommen?“

„Aber Liebling,“ sage ich „soll ich Dich zum Arzt fahren?“ Da fällt mir ein, das geht nicht. Unser Auto wurde ja für mögliche Krankentransporte konfisziert, eingezogen. Mit dem fährt jetzt der Burgermaster, weil der hat seinen Wagen abgeben müssen, um den Impfstoff zu transportieren, der tonnenweisen jede Woche angeliefert wird.

Wir sind ja vor kurzem zur PMI (periodische Massen-Impfung) eingeschwenkt. So wie die USA. Der Präsident Trump hat uns das ja vorgemacht. Jetzt nachdem dieser alte Biden das entscheidende Golfspiel verloren hat und er mit Schimpf und Schande von der M.L. aus dem Oral Office gejagt wurde, hat der Trump, er ist gladiorativ in das weiße ALoch (neuer Name für das Weiße Haus abgeleitet von „ … „ ) eingezogen, mit der WHO einen Deal ausgehandelt.
Er kauft, die Welt zahlt. Kurz (hat nichts mit unserem Sebastian zu tun), kurz darauf hat er die Erb-Demokratie ausgerufen und den Papst als seinen legitimen Sohn anerkannt. Jetzt erst hat er die volle Zustimmung als Weltretter gefunden. Selbst dieser Elchjäger aus Sibirien hat, nach einem Put-In auf dem Highway Nummer Zwa ins falsche Schlagloch, seinen Führungsanspruch abgetreten.

„Du meinst das ernst, oder was. Gut fahren wir zum Arzt, aber Du erklärst ihm, weshalb wir da sind, ausgemacht?“

„Wir können nicht fahren, wir haben kein Auto. Das habe ich schon versucht zu erklären. Es wurde konfisziert …“

„Das Einzige was konfisziert wurde, ist Dein Gehirn. Schau beim Fenster raus. Was kannst Du da sehen?“

„Nein“

„Schau raus oder ich trage Dich vor das Haus. Sofort!“ Mein trauriger Blick wendet sich von ihr ab, ich lege mir die Serviette auf den Mund, schlürfe zum Fenster (richtig schlürfe, weil ich dabei den Kaffee aus der Serviette zutzle, die ich gut eingeweicht habe) und sehe, wie ich hinausblicke, wie zu erwarten ein Auto. Ein Auto? Das kann nicht sein!

„Haben die das wieder zurückgebracht?“, frage ich. „Das ist ein schlechtes Zeichen. Jetzt sind sie uns auf der Spur. Wir müssen fliehen. Sofort. Nimm Deine 17 Sachen, wir müssen weg … sofort!“

„Liebling, was ist los mit Dir, mir scheint Du bist wirklich krank. Und das an Deinem Geburtstag. Komm zurück, Du machst mir Angst.“

„Nein, Du brauchst keine Angst haben, ich habe alles im Griff. Aber mir macht das keinen Spaß, wenn Du plötzlich in das Lager der Corona-Leugner wechselst und Dich nicht mehr erinnern kannst. Das ist brandgefährlich, die kennen keinen Pardon.“

„Also fahren wir jetzt zum Arzt, oder was?“

„Nein, ohne Auto geht das nicht. Das was da draußen steht ist nur vorgegaukelt, damit wollen sie uns aufs Eis locken, dass wir einen Fehler machen, dann haben sie uns…“

„Hallo, hallo …“ Ich werde unsanft an der Schulter gerüttelt. „Hallo Franz, wach auf …“ Ein Klaps ins Gesicht „Wach auf, ich glaube du träumst schlecht …“

Langsam öffne ich die Augen. Meine Ehefrau – die beste von allen – sitzt neben mir am Bett und blickt mich sorgenvoll an. „Du hast geschrien im Schlaf und mit dem Polster um Dich geworfen. Hast Du schlecht geträumt?“

Schlaftrunken sehe ich sie an. Sie trägt keine Maske und ich empfinde es ganz normal und wohltuend, wenn sie mich umarmt. Dann erinnere ich mich. Ich hatte einen total blöden Traum. Davon, dass ein Bier aus Mexiko die ganze Welt in Atem gehalten hat, von Masken und Ausgangssperren, von überfüllten Krankenhäusern und einer Corona Geheimpolizei (im Sinne einer Behörde, die das Heimgehen überwachen sollte). Und dann geht vor dem Fenster die Sonne auf und ich weiß, dass ich heute mein schönstes Geburtstagsgeschenk bekommen habe: Es war alles nur ein Traum und ich bin, wie alle Tage, in der schönsten aller Welten, an der Seite der besten Ehefrau von allen, aufgewacht. Alles war nur ein böser Traum. Danke.

Und wieder eine Geschichte, die man sich an den Lagerfeuern dieser Welt erzählen wird: So geht Storytelling heute!

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